Entwurf - Cosenza / Rende, Kalabrien
Erläuterungen - Commentary
Prof. Klaus Schäfer, Lehrstuhl Städtebau, Hochschule Bremen, 11.5.2008

Austauschprojekt mit der Università della Calabria (Wintersemester 2007/2008)

Exchanging-project between Università della Calabria and the School of Architecture, Bremen about urban renewal in the suburbs of Cosenza and Rende, Italia.

Vorgaben

Cosenza mit seinem Nukleus aus dem Mittelalter auf den frühzeitlichen Fundamenten der Stadt am Zusammenfluss von Busento und Crati sucht nach städtebaulichen Entwicklungskonzepten. Mit Auftakt zum Ende des 19.Jahunderts wurde die Stadt mehr und mehr in der Ebene links zum Fluss Crati nach Norden hin erweitert. Ein weiterer großer Entwicklungssprung in die offene Landschaft erfolgte in den 1960er Jahren. Mit dem Bau einer neuen Universität

 

Campus di Arcavacata

(Architekt: Vittorio Gregotti, 1973) in der Nachbargemeinde Rende (im Nordwesten) wurde der Entwicklungsschub umgedreht. Mit dem Impuls aus dem Bau der zentralen Universität von Kalabrien in den Umkreis des Bergdorfs Rende setzte eine Transformation des gesamten Großraumes ein, bei der Cosenza von einst 100.000 Einwohnern 30.000 an die mehr und mehr in die hügelige Landschaft sich ausbreitende Gemeinde Rende und andere Dörfer verlor, die Altstadt von Cosenza brach fiel (dieser Trend konnte inzwischen gestoppt werden) und landwirtschaftliche Flächen in Gewerbe-, Wohn- und Verkehrsflächen umgewandelt wurden. Heute verfügen die Gemeinden in der Summe über kein wesentliches Wachstum, in ihren Teilen schaffen sie sich eine erhebliche Konkurrenz, leiden unter Verkehrsproblemen (trotz vieler neuer Umgehungs- straßen) und jeden Tag entstehen neue (zunächst illegale) Wohn-, dann Geschäftshäuser an den Weggabelungen und Kreuzungen um die kleinen Dörfer der Region.

 

 

 

 

Aufgabenstellung

Mit den Studenten der UNICAL (Prof. Paola Canavo, Prof. Gabrio Celani) und Studenten aus Bremen (3. u. 5. Studiensemester) wurden zunächst regionale Fragestellungen erarbeitet und Szenarien diskutiert. Grundsätzlich war zu Bestimmen, ob man dem analysierten Bestand und seiner Entwicklung zuarbeitet oder entgegenwirken möchte. Die Maßstabsebene (1:5.000 bis 1:500), auf der vorgegangen werden könnte, war ebenfall so diskussionswürdig, wie der Zeithorizont (10 bis 50 Jahre) für geplante Maßnahmen. Wo liegen die entscheidenden Konversionsflächen? Wie greift man ein, punktuell oder in großen Bereichen? Entwickelt man die Vorstadt durch Rückbau? Wo sind die Potentiale für eine erfolgreiche Innenentwicklung von Cosenza? Was sind die hierfür adäquaten räumlichen Strukturen? Welche Bautypologien sind geeignet für eine Transformation, Fortsetzung oder Verdichtung?

 

Altstadt von Cosenza mit Brücke über den Crati