Entwurf - Stadt als Utopie - Bremen
Elisa Ruhl, Karen Heermann
Elisa Ruhl, Karen Heermann, 26.3.2009

Demontage – Stadtcollage


Ist Stadt Utopie geworden? Schließen Urbanität und angenehmes Wohnen sich aus? Ist eine extreme Ballung von Verkehr, wie die Oldenburger Straße in Bremen, eine Form von Urbanität oder schließt sie diese nicht eher aus? Wem gehört die Stadt? Ist eine Anpassung der Stadt an den aufkommenden Verkehr nötig oder sollten die Prioritäten nicht eher bei der Qualität der Räume liegen?
Fragen, die wir mit unserem Entwurf beantworten möchten.

Der Entwurf, der den Titel „Demontage- Stadtcollage“ trägt, betrachtet den Begriff Utopie als eine Art utopischen Handelns. Die Demontage der Oldenburger Straße und ihre Umwandlung in ein „einfaches Straßennetz“ mit angrenzender Bebauung und Freiräumen lässt ein einheitliches Stadtbild entstehen. Die Oldenburger Straße, die als trennendes Element die Stadt in zwei Teile zerlegt, wird durch ein Stück Stadt ersetzt und fügt alles zu einer Einheit zusammen. Diese Reduktion des Verkehrsnetzes erfordert jedoch auch eine gesellschaftliche Änderung in Hinblick auf Mobilität in sowie zwischen Städten. Stadtplanung sollte nicht nur aus der Perspektive der motorisierten Gesellschaft passieren, sondern mehr die Prioritäten auf den eigentlichen Raum legen.

Ein wichtiges Element des Entwurfs ist die Weiterführung der Wallanlagen, in denen der neue Wesertower als Solitär hervorsticht. Durch die Entzerrung des Auto- und Schienenverkehrs, erhält die Haupterschließungsachse boulevardähnliche Qualitäten. Ein Grünstreifen in der Mitte der Straße, lädt zum Aufenthalt ein und lässt den aufkommenden Verkehr in den Hintergrund treten. Der Boulevard endet an einem großen Platz, der durch eine neue Stadtteilbibliothek gekennzeichnet wird. Der ehemalige Hauptverkehrsknotenpunkt weicht nun der Kultur. Durch die Mischnutzung entlang des Boulevards, in der Gewerbe, Dienst- und Einzelhandel, aber auch Wohnen Tür an Tür leben, entsteht ein urbanes Stadtbild. Blockrandbebauung, in deren Mitte sich gewerblich genutzte Flächen und Stadtvillen abwechseln ist dabei das Markante in der Baustruktur. Dem entgegen steht die Industriebebauung im Gleisdreieck.
Außerdem war der Erhalt des Bestandes ein wichtiger Aspekt dieser Arbeit. Dabei war es nicht wichtig eine neue spektakuläre Stadtplanung zu machen, sondern vielmehr das schon bestehende zu ergänzen bzw. zu reparieren.


Disassembling – urban collage

Has city become an utopian idea? Does urbanity exclude comfortable habitation? Is a big traffic agglomeration like the Oldenburger Straße in Bremen a form of urbanity or does it rather exclude urbanity? Who owns the city? Is an urban accomadation to the traffic needed or is rather a prioraty with the quality of room needed?
These are questions we want to discuss in our project.

The project „Disassembling – urban collage“ deals with the term of utopia in a form of utopian acting. The disassmbling of the Oldenburger Straße and its transformation into a „normal road network“ with adjoining buildings and free space creates a harmonic image of the city. The Oldenburger Straße – which is cutting the city into two parts- is substituted by a new part of the city where all quarters fall into place.
This reducion of the traffic network means a social change in terms of mobility in and between cities. Urban planning can‘t only be a tool of the motorized society, it should rather be for space at all.

An important part of the project is the continuation of the Wallanlagen which is defined by the solitary „Westertower“. The main explotation axis gets quality of a boulevard because of the equalization of car and rail traffic. A green space in the middle of the street invites to a rest while the traffic takes a back seat. The boulevard ends at a big place which is marked with a new quarter library. The former traffic chaos gives way to culture. The mixed use of the city by industry, retail, service and private persons creates an urban feeling. In the inner of border buildings commercial and industrial space alternate with urban villas. Big industry buildings in the rail triangle are opposed to that.
Keeping the stock is also an important aspect of the project. The project focuses on repairing and restocking the city and not on planning a new spectecular quarter.