Entwurf - Stadt als Utopie - Wuppertal
Selektion der Lebensweise
Xiaoen Wang, 16.07.2010

 

Wuppertal - Stadt als Utopie

Wenn einer Utopie die Unrealisierbarkeit vorausgesetzt wird, wie setzt sich Stadt mit Utopie in Verbindung? Seit der 60er Jahren verfolgten die Architekten und Stadtplaner die Utopischen Gedanken zur zukünftigen Stadtentwicklung, wie zum Beispiel die Metabolisten, die die Stadt mit flexiblen und erweiterbaren Großstrukturen als ein lebendiger Prozess versahen. Mit Hilfe der metabolistischen Gedanken wird hier am Beispiel des städtebaulichen Entwurfes in Wuppertal versucht eine neue Interpretation für das Thema „Stadt als Utopie“ zu finden.

Seit langer Zeit scheint die Erzeugung der Urbanität die Kernaufgabe der Architekten und Stadtplaner zu sein. Doch die Stadt ist immer noch im Chaos. Die urbanen Probleme, die durch die technische und gesellschaftliche Entwicklung des Menschen resultierte vielfache Fragmentierung, Dezentralisierung, Gettoisierung präsentiert wurden, lässt sich die Suche nach Urbanität auf die mittelalterliche Struktur der Stadt zurückwerfen. In diesem Zusammenhang ist hier die Frage zu stellen, „ Was ist für die Stadt utopisch in der Gegenwart? Die mittelalterliche Stadt, die durch den Fortschritt des Menschen aufgelöst ist, oder die metabolistische Planung, die schwer umsetzbar ist?„ Daraufhin führten sich die zwei polarisierte Wunschvorstellungen zu einer Vermutung, ob die Utopie im Sinne der Stadtentwicklung wegen seiner Unrealisierbarkeit nur ein selektiver Prozess ist, mit all dem die Stadtplanungen mit dem menschlichen Gedanken ermöglichen dies nachzuvollziehen.

Wir versuchen das neue städtebauliche Konzept mit verschiedenen Strategien, die von der obengenannten Vermutung abgeleitet wurden, an drei Stellen die Vitalität der Stadt zu erwecken.

Landgericht

 

 

Das Landgericht Wuppertal liegt auf einer Insel, die von zwei Adern der Wupper umfasst und Gerichtsinsel genannt wird. Die überdimensionierte Hauptstrassenachse, die die Stadt Wuppertal entlang der Wupper segmentiert, die großzügige Parkflächen südlich der Insel, die herumliegende Hochhäuser mit ihren zugehörigen Brachen, führen das Inselquartier zur charakterlosen „Peripherie“ der Innenstadt.
Zu berücksichtigen in dem neuen Konzept ist eine geringe Erschließung, die durch Reduktion der Hauptstrasse erfolgt. Die Verdichtung des Quartiers mit ihrer vielfältigen Bautypologie und deren Mischnutzung trägt für eine Aufwertung eines urbanen Lebens in der Innenstadt und Wiederbelebung des Inselcharakters bei.
Zwischen der Großzügigkeit der „Peripherie“ und der urbanen Stadtlebensweise bietet das neue Konzept die Wahl an.

 

 

 

 

 

 

 

 

Pestalozzistraße

 

 

Hier handelt sich um eine Lückenfüllung einer städtebaulichen Fehlstelle. Dabei ist zu bedenken, ob ein solcher als „Grün in Stadt“ bezeichneter öffentlicher Platz auch einer von den Hauptfaktoren, der der vielfältigen Fragmentierung der Stadt verursacht hat.

 

 

 

 

Bahnhof Oberbarmen

 

 

Das Quartier Bahnhof Oberbarmen besetzt die Stelle mit der schönsten Landschaft entlang der Wupper. Doch an dieser Stelle steckt mehr Potenzial für Städtebauentwicklung als nur „schöne Landschaft“ zu beleiben. Das wesentliche Merkmal des Konzepts ist eine neue urbane Lebensweise „Wohnen zwischen Wasser und Bahnen“ zu unterstreichen und dabei die Stadt und Landschaft zu differenzieren. Eine teppichartige Bebauung mit reiner Wohnnutzung wird als Spektrum gegenüber dem Monoton der Bahnschienen gestellt, wobei zugleich versucht wird die Bebauung mit Ihrer Form die umgebene Natur in Einklang zu bringen.

 

 

 

 

Fazit

Die drei obengezeigte Entwürfe führten die Deutung „Stadt als Utopie“ zu einer prozessualen Entwicklungsmethodik, selbst wenn die Stadt im weiteren Sinne wirklich Utopie geworden ist, solange das Streben nach Urbanität weiterhin besteht, verschmelzt sich die Utopie in unseren Alltag. Utopie wird realisierbar.