Entwurf: Berlin - Stadtleben auf dem Flugfeld - Von Tempelhof nach Tegel
Kanten aufnehmen und verknüpfen
Nasser Asadpour Shirazi, Johannes Schmitz, Februar 2013

Städtebauliches Konzept
Das Tempelhofer Feld stellt im Kontrast der sich stetig wandelnden Stadtstruktur Berlins einen gigantischen Baustein dar. Aus der Vogelperspektive betrachtet wird einem die Größe des
Gebiets von ca. 380 Hektar Fläche bewusst, welches wie ein großes Loch in der Stadtstruktur aufklafft, und bisher relativ unerschlossen, weiträumig umfahren werden muss.
Der Entwurf sieht vor die Stadtteile an den Kanten des Plateaus „ Tempelhofer Feld“ aufzugreifen und miteinander zu verknüpfen. Genauer betrachtet bieten die angrenzenden Stadtteile Kreuzberg, Neukölln und Tempelhof als Kanten unterschiedlich dichte Stadträume mit unterschiedlichen Gebäudetypologien und Bewohnern. In unserem Entwurf wurden die Kanten unter Berücksichtigung von Stadtdichte, Struktur und Gestalt aufgegriffen und in das Tempelhofer Feld hinein gezogen.
Entstanden ist ein neuer Stadtteil in dessen Mitte sich die Hasenheide hinein schwingt, es gibt eine klare Kante als Kontrast zwischen kompakter Stadtstruktur und Freifläche.
Um das Gebiet an die bestehende Infrastruktur der Stadt anzuschließen wurde in Nord – Südrichtung, sowie in Süd – Westrichtung Erschließungsachsen angelegt um die Barriere des S – Bahn und der A 100 zu überwinden und die Stadtteile direkt miteinander zu verknüpfen. Die geschwungene Haupterschließungsachse entlang der neuen Stadtkante soll die Funktion eines Verteilers in das Straßen – und Wegenetz im Gebiet übernehmen.
Der Entwurf sieht eine weitgehende Bebauung des Tempelhofer Felds als Resultat von anherrschender Wohnungsnot in Berlin vor, und versucht durch Stadtverdichtung dem Wohnraummangel entgegen zu wirken. Im Kontrast dazu enthält der Entwurf eine große Freifläche, welche genügend Freiraum für Aktivitäten, Begegnung und Austausch bieten soll.
Ein wichtiger Bestandteil im Konzept ist die Verbindung von Arbeiten und Wohnen in direkter Nachbarschaft, um einen funktionierenden Stadtteil zu generieren und die Wege zu verkürzen.
Die Form der Blockrandbebauung bietet Raum für die Kombination aus Wohnen, sowie kleinen und mittelgroßen Gewerbebetrieben direkt im Stadtteil. Im Bereich an der S – Bahnstrecke und A100 wird darüber hinaus Raum für größere Gewerbebetriebe geboten.
Die Platzierung der neuen Landesbibliothek soll bürgernah an der Stadtteilkante im Osten erfolgen.

 

 

 

Rahmenplan i.M.: 1:2.500

 

Vertiefung i.M.: 1:1.000

 

Vertiefung i.M.: 1:500

 

Modell i.M.: 1:2.500

 

Ausschnitt Modell i.M.: 1:1.000