Hochschulseminar - Dichte und Nähe
Aufgabe und Ziel des Seminars
Prof. Klaus Schäfer, Lehrstuhl Städtebau, Hochschule Bremen, Wintersemester 2008/2009

Dicht und Nähe in der Stadt

Die bauliche Dichte der Stadt bedingt schon der Wortwahl nach die „Form des Zusammenlebens“. Das Miteinander oder Gegeneinander in dieser Form, gleich einem Behälter sozialer Strukturen, wird beeinflusst von Konnotationen kultureller, politischer, ökonomischer, traditioneller – kurz: soziologischer Gegebenheiten. Dieses Zusammenleben kann verstanden werden als das Miteinander verschiedener menschlichen Tätigkeiten, aktiv wie passiv. Die Verknüpfung von Wohnung, Arbeit, Konsum, einem kulturelle Austausch und der Teilhabe am politischen Raum werden über die Struktur der Stadt gesteuert, lassen sich vom Prinzip eines soziale Dasein auch gar nicht trennen, aber über diese stadt-strukturellen Gegebenheit unterstützt oder behindert. - Somit hat eine Verbindung über den Raum hierfür eine wesentliche Bedeutung, die sich so auch im Begriff des Urbanen ausdrückt.
Zur Planung der Stadt, wie zum Leben in der Stadt gehört ihr Konfliktpotenzial als Sinnbild einer gesellschaftlichen Auseinandersetzung. Nur die Stadt selbst als Ursprung einer Auseinandersetzung zu betrachten, mithin in ihrer Auflösung, einer stadtplanerischen Segmentierung, eine (Er-)Lösung von Gegensätzen zu betreiben lenkt ab vom Wesentlichen des menschlichen Miteinanders. - Ein Trugschluss, so alt wie die Geschichte der Stadt selbst.
In dem Seminar geht es um die Wechselwirkung der architektonischen Form der Stadt und dem Einfluss auf ein Zusammenleben über das Thema der Dichte und der Nähe. Hinterfragt werden soll der Zusammenhang von menschlicher und baulicher ‚Körperlichkeit’.



Mit allen Facetten zum Thema Dichte, Nachverdichtung und Umbau der Stadt wollen wir uns in diesem Semester beschäftigen. Dabei soll die Fragestellung aus städtebaulicher, architektonischer und stadtplanerischer Sicht erörtert werden. Seminaristisch werden wir einzelne Recherchen wöchentlich diskutieren und am Ende des Semesters ein paar Experimente im öffentlichen und privaten Raum vornehmen, die von einzelnen Gruppen vorher geplant werden.