Hochschulseminar - Social Urban Design
EXPERIMENT - LEHER PAUSENHOF: Klingt wie Bremerhaven
Melanie Freese, Romy Hohmann, Sabine Hoppe, Jens Reichelt, Zivile Simkute, Melany Traulin, Algimantas Varpucanskis, 12.02.2012

Für einen neuen Platz im Stadtteil Lehe von Bremerhaven, dem sogenannten Pausenhof haben vier Arbeitsgruppen aus dem Seminar Konzepte entwickelt. Ziel der Konzepte war eine nachhaltige Identität für den Platz und damit für ein Quartier zu schaffen durch einmalige oder dauerhafte Projekte, die auf eine soziale Interaktion angelegt sind. Bauliche Eingriffe standen somit nicht im Vordergrund, um in einem von Leerstand und Strukturschwäche geprägten Bereich Verbesserungen anzulegen.
Die Projektevorschläge wurde mit dem Stadtplanungsamt von Bremerhaven abgestimmt und einer Öffentlichkeit aus Presse, Ratsmitgliedern, Anwohnergruppen, Wohnungsbauträgern zur Diskussion präsentiert und im Januar 2012 ausgestellt.KS

 

 

Im Zuge einer städtebaulichen Umplanung des Stadtteils Lehe, wurde die Deichschule an der Uhlandstraße im Frühjahr 2006 abgerissen. Auf diesem ehemaligen Schulhof wurde ein Quartiersplatz geschaffen, der „Leher Pausenhof“. Die alte Backsteinmauer wurde erhalten und mit einem Zaun ergänzt. Neu gesetzte Bäume rahmen den Platz zusätzlich ein. Bremerhaven Lehe ist von Leerstand und Lethargie geprägt. Eine soziale Mischung im Stadtteil kam durch die stadtbekannte „Leher-Drogenszene“ nichtzustande. Geringe Mieten der Altbauten in Lehe begünstigten diese Szene und sorgten für eine Abwärtsspirale der Situation.


Unser Augenmerk bei der Bearbeitung der Aufgabe, lag nicht auf dem Quartiersplatz selbst, sondern auf der Fläche darum. Wir wollten ein weitgreifendes Konzept erarbeiten, was positive Auswirkungen auf ganz Lehe haben könnte. Wie überall in Bremerhaven-Lehe, stehen auch viele der Häuser um den Quartiersplatz leer und sind in keinem guten Zustand. Diesen Leerstand zum Standortvorteil zu machen ist Grundidee unseres Konzeptes. Die für eine Belebung eigentlich ideale Situation um den Platz wollen wir nutzen.


Eine Initiative für Arbeit soll diesen Platz wieder zum Leben erwecken, durch Lautstärke. Ein möglicher Anfang hierfür wäre eines der Untergeschosse als Werkstatt herzurichten, sodass Anwohner oder eventuell Zugezogene hier ihre Arbeitskraft nutzen können. Arbeitskraft könnte auf substitutionswirtschaflichen Grundlagen geleistet werden. Jeder der etwas kann oder braucht, sollte hier eine Möglichkeit haben, um es auszuüben oder zu erhalten. Dadurch würde nicht nur den Arbeitslosen geholfen, sich selbst zu helfen, sondern auch ein Anreiz geschaffen diesen Platz wieder als Teil der Stadt wahrzunehmen. Das Konzept soll nach anfänglichen Hilfestellungen, z.B. durch Stellung von Gerätschaften oder Möbeln zu einem selbständigen System werden. Auch auf der finanziellen Seite wird Hilfe benötigt werden, jedoch ist es Ziel diese anfänglich Hilfe in ein selbstlaufendes System zu überführen, sodass es sich am Ende für alle Beteiligten rechnet.